Lesetipp von
Eva Lorenzen
12.08.2021

Auch drei Jahre nach dem Unfalltod ihres Mannes Ludwig hat Ruth den Verlust noch lange nicht verarbeitet und lebt in Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. In ihre Trauer mischt sich jedoch leise Wut, da sie erst nach seinem Tod von einer heimlichen Geliebten erfahren hat.

Seit einiger Zeit wird Ruth mit anonymen Nachrichten per Mail konfrontiert, die sie zunehmend verstören, da sie sehr persönliche, intime Details enthalten und dazu genutzt werden sie zu beschimpfen. Anfangs versucht sie diese Hassmails zu ignorieren, doch als sie auch in ihrem Arbeitsumfeld, Freundeskreis und der Familie auftauchen, muss Ruth sich dieser Bedrohung stellen und begibt sich auf die Suche nach der Person die sie verfasst.

Doris Knecht erzählt - wie auch in vorherigen Büchern (z.B. "Wald") - von einer Frau in einer Ausnahmesituation, die sich zwischen Apathie und Resignation befindet und doch letztlich in kleinen Schritten und aus eigener Kraft einen Weg aus ihrem Dilemma findet.

Ein ganz toller, nachdenklich stimmender Roman.

Roman
Hanser Berlin, 22,00 €

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